Biokraftstoff-Rohstoff

Seifenstock (Säureöl)

Nebenprodukt der Pflanzenölraffinierung. RED III Anhang IX Teil A — unbegrenzt, doppelt angerechnet, keine erntebasierte Deckeleinschränkung. Bis zu 83% THG-Einsparungen. ISCC EU zertifiziert aus EU- und südamerikanischen Raffinerieherkunften.

✓ Anhang IX Teil A ✓ Unbegrenzt ✓ Doppelt angerechnet ✓ Bis zu 83% THG-Einsparungen

Was ist Seifenstock (Säureöl)?

Seifenstock entsteht bei der alkalischen (Lauge-) Raffination von rohen Pflanzenölen wie Sojaöl, Rapsöl, Sonnenblumenöl und Palmöl. Wenn Rohöl mit Natronlauge (NaOH) behandelt wird, um freie Fettsäuren zu entfernen, bildet die entstehende wässrige Schicht — reich an Fettsäureseifen, Neutralöl, Phospholipiden und Wasser — den Seifenstock.

Bei der Ansäuerung (Behandlung mit Schwefel- oder Salzsäure) werden die Seifen zurück in freie Fettsäuren umgewandelt und ergeben Säureöl (auch Rohsäureöl oder angesäuertes Seifenstock genannt). Säureöl enthält typischerweise 50–90% FFA, 5–20% Neutralöl und 5–30% Wasser, der Rest entfällt auf unverseifbare Stoffe.

Gemäß EU RED III ist Seifenstock aus der Pflanzenölraffinierung in Anhang IX Teil A aufgeführt — der höchsten regulatorischen Kategorie. Das bedeutet: unbegrenzt (nicht der 1,7%-Transportenergie-Obergrenze für Teil-B-Rohstoffe unterworfen), doppelt angerechnet und einer der wertvollsten Rohstoffe für die Mandatserfüllung pro Tonne.

Warum Seifenstock für die Biokraftstoffproduktion?

Anhang IX Teil A — Unbegrenzt

Keine 1,7%-Transportenergie-Obergrenze. Im Gegensatz zu UCO und Tierfetten können Teil-A-Rohstoffe jedes Volumen an Mandatsverpflichtungen abdecken — maximaler regulatorischer Wert.

Bis zu 83% THG-Einsparung

RED III-Standardwert für Seifenstock-basierte Biokraftstoffe. Raffinierungsnebenprodukt trägt minimale vorgelagerte Emissionen — THG-Vorteil wird fast vollständig dem Biokraftstoffprodukt zugerechnet.

Mehrere Ölherkünfte

Verfügbar aus Soja-, Raps-, Sonnenblumen- und Palmölraffinierung. EU-Säureöl (Raps, Sonnenblume) bietet höchste Rückverfolgbarkeit und vermeidet EUDR-/Entwaldungskomplexität.

Kosteneffizient

Raffinerienebenprodukt wird mit erheblichem Abschlag zu raffiniertem Öl gehandelt. Unter Berücksichtigung des Mandatwerts (Doppelzählung, unbegrenzt) sind die effektiven Kosten pro Compliance-Einheit sehr wettbewerbsfähig.

Qualitätsspezifikationen

Typische Qualitätsparameter für Säureöl (angesäuerter Seifenstock) wie von SUAT Fuels geliefert. Hohe Variabilität zwischen Chargen und Herkünften — chargenspezifisches CoA unerlässlich.

ParameterTypischer WertGrenzwertPrüfmethode
Freie Fettsäuren (FFA)50–80%min 50%AOCS Ca 5a-40
Feuchtigkeit & Wasser5–20%max 25%EN ISO 12937
Neutralöl5–20%AOCS Ca 6b-53
Unverseifbare Stoffe2–8%max 10%AOCS Ca 6b-53
Schwefel50–200 ppmEN ISO 20846
Phosphor100–500 ppmEN 14107
Dichte bei 20°C0,910–0,940 kg/LEN ISO 3675
Jodzahl80–130 (je nach Ölherkunft)AOCS Cd 1d-92

Regulatorischer Status & Zertifizierungen

EU RED III — Anhang IX Teil A (Raffinierungsrückstand, Unbegrenzt)

  • Seifenstock aus der Pflanzenölraffinierung — in Anhang IX Teil A als Raffinierungsrückstand aufgeführt
  • Unbegrenzt — nicht der 1,7%-Transportenergie-Obergrenze wie Teil-B-Rohstoffe unterworfen
  • Doppelt angerechnet auf EU-Erneuerbare-Energien-Ziele
  • Förderfähig für ReFuelEU Aviation SAF-Mandate als HEFA-Rohstoff (mit Säureöl-Vorbehandlung)
  • ISCC EU-Produktkettennachverfolgung erforderlich — SUAT Fuels hält aktive ISCC EU-Lizenz

Anwendungen

FAME Biodiesel

Mehrstufige Säureveresterung + alkalische Umesterung. Spezialisierte FAME-Anlagen für Rohstoffe mit hohem FFA-Gehalt. EN 14214-konformes Endprodukt.

HVO (mit Vorbehandlung)

Erfordert dedizierte Vorbehandlungsanlage (FFA-Entfernung, Wasserentfernung, Phosphorreinigung) vor der Hydroverarbeitung. Hoher Anhang IX Teil A-Wert rechtfertigt die Investition.

HEFA-SAF

Förderfähig für ReFuelEU Aviation-Mandate. Unbegrenzter Teil-A-Status macht ihn besonders attraktiv für SAF-Produzenten, die das Mandatserfüllungsvolumen maximieren müssen.

Co-Blending

Mischung mit Rohstoffen mit niedrigerem FFA-Gehalt (UCO, Rapsöl) zur Optimierung des Anlagendurchsatzes und der Verarbeitungswirtschaftlichkeit in bestehenden FAME- oder HVO-Anlagen.

Herkünfte & Verfügbarkeit

Seifenstock wird in jeder Pflanzenölraffinerie produziert. EU-Material (Raps-Säureöl aus Deutschland, Polen, Frankreich; Sonnenblumen-Säureöl aus der Ukraine, Rumänien) wird für die EU-Mandatskonformität wegen der Rückverfolgbarkeitsvorteile bevorzugt. Südamerikanisches Soja-Säureöl (Brasilien, Argentinien) ist preislich wettbewerbsfähig, erfordert aber EUDR-Rückverfolgbarkeit. Palm-Säureöl (Malaysia, Indonesien) ist verfügbar, unterliegt aber Entwaldungsrisiko-Prüfung und EUDR-Anforderungen.

Deutschland Polen Frankreich Rumänien Ukraine Brasilien Argentinien

Häufig gestellte Fragen

Was ist Seifenstock und wie unterscheidet es sich von Säureöl?

Seifenstock ist das wässrige Nebenprodukt, das während der alkalischen (Lauge-) Raffination von rohen Pflanzenölen entsteht. Es enthält Fettsäureseifen, Wasser, Neutralöl und Phospholipide. Wenn es angesäuert wird (mit H2SO4 oder HCl behandelt), werden die Fettsäureseifen in freie Fettsäuren umgewandelt, wodurch 'Säureöl' entsteht — ein dunkles Produkt mit hohem FFA-Gehalt (50–90%), auch als angesäuertes Soapstock oder Rohsäureöl bezeichnet. Beide Begriffe werden in der Biokraftstoffindustrie oft synonym verwendet. Die angesäuerte Form (Säureöl) ist das, was SUAT Fuels als Biokraftstoff-Rohstoff handelt.

Ist Seifenstock in EU RED III Anhang IX Teil A aufgeführt?

Ja. Seifenstock aus der Pflanzenölraffination ist in Anhang IX Teil A der EU RED III als Raffinierungsrückstand aufgeführt. Dies platziert es in die höchste regulatorische Kategorie: ohne Obergrenze und doppelt gezählt für EU-Erneuerbare-Energien-Mandate. Im Gegensatz zu Teil-B-Rohstoffen (UCO, tierische Fette) unterliegen Teil-A-Rohstoffe einschließlich Seifenstock nicht der 1,7%-Transportenergie-Obergrenze, was sie extrem wertvoll für Mandatskonformität macht.

Welche Verarbeitungsherausforderungen stellt Seifenstock für die Biokraftstoffproduktion dar?

Seifenstock und Säureöl stellen erhebliche Verarbeitungsherausforderungen aufgrund sehr hoher FFA-Gehalte (50–90%), hohem Wassergehalt (10–30%) und variabler Qualität zwischen Chargen dar. Die FAME-Produktion erfordert mehrstufige Säureveresterung vor der Umesterung. Die HVO-Produktion erfordert dedizierte Vorbehandlung zur Entfernung von Wasser, FFA und Verunreinigungen. Trotz Verarbeitungskomplexität macht der regulatorische Wert (Teil A, unbegrenzte Doppelzählung) Seifenstock wirtschaftlich attraktiv, wenn Mandatskonformität das Ziel ist.

Was ist die typische Herkunft und Verfügbarkeit von Seifenstock?

Seifenstock wird in jeder Pflanzenölraffinerie weltweit produziert. Die größten Mengen stammen aus der Sojaölraffination in Südamerika (Brasilien, Argentinien), Rapsölraffination in der EU (Deutschland, Polen, Frankreich) und Sonnenblumenölraffination in der Ukraine und der Schwarzmeerregion. Seifenstock EU-Herkunft hat den höchsten Rückverfolgbarkeitswert für EU-Mandatskonformität. SUAT Fuels bezieht ISCC-zertifiziertes Seifenstock aus EU-Raffinerienetzwerken und ausgewählten südamerikanischen Exporteuren.

Wie vergleicht sich Seifenstock mit PFAD als Biokraftstoff-Rohstoff?

Sowohl Seifenstock als auch PFAD sind Raffinierungsnebenprodukte und beide sind in EU RED III als Rückstände mit Doppelzählungsvorteilen aufgeführt. Hauptunterschied: PFAD ist das Nebenprodukt der physikalischen/Dampfraffination von Palmöl und trägt zusätzliche palmspezifische regulatorische Risiken (EUDR, Entwaldungsprüfung), während Seifenstock aus Nicht-Palm-Ursprüngen (Raps, Sonnenblume, Soja) diese Bedenken vollständig vermeidet. Beide sind Anhang IX aufgeführt — Seifenstock aus Nicht-Palm-Quellen in Teil A (ohne Obergrenze), PFAD in Rückstandskategorie mit spezifischen Obergrenze-Anwendbarkeitsüberlegungen.

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